Einst gab es in der alten Welt zwei riesige Trolle. Mehr Riese als Troll und doch dieser Rasse zugehörig. Sie stritten unentwegt um das Vorrecht der Führerschaft ihrer kleineren Artgenossen und bewarfen sich in Ihrer Wut mit großen Felsbrocken, die sie aus der Erdkruste rissen. Ihrem Streit fielen so viele ihrer kleineren Artgenossen zum Opfer, als diese von den Brocken der Felsen erschlagen wurden. Aus diesem Grund verborgen sich viele der kleineren Trolle, die trotzdem mehrere Männer groß und mächtig waren, in den tiefen Stollen, um so dem gewaltsamen Tode zu unter den Füßen der zwei Riesentrolle entgehen.

Eines Tages, als die zwei großen Trolle wieder besonders heftig stritten und die Felsbrocken das Land erschütterten, brach einer dieser Felsen durch die Erdkruste hindurch und begrub, darin hunderte von kleinere Trollen, die einen fürchterlichen Tod erlitten. Dies war nun genug für die anderen überlebenden Trolle und so trafen sie sich am Höhlenkaverne und berieten, was gegen diese zwei großen Trolle zu unternehmen sei. Die Schamanen der Höhlentrolle schlossen sich so zusammen und eröffneten eine Zeremonie um einen Höhlendämon aus den tiefen Lavasrömen der Welt zu beschwören, der die zwei großen Trolle stoppen sollte. Dieser Damon erschien auch als bald und lauschte den Erzählungen und Bitten der kleinen Hohlentrolle.

Nach einer Weile des Zuhörens stimmte der Damon der Tiefe den Bitten der Trolle zu. Doch jeder weiß, wer sich mit einem Damon einlässt, der muss immer mit einer Heimtücke und einer Gegenforderung für seine Dienste rechnen. Und so stieg der Dämon hinauf auf die Erde und stellte sich zwischen die zwei großen Trolle. Er wuchs und wuchs, bis er die gleiche Größe der Trolle hatte und forderte sie so in dessen Angesichtern auf den Streit endgültig einzustellen. Doch die Trolle hörten nicht auf den Dämon und fingen an nun diesen gemeinsam mit Felsbrocken zu bewerfen in der Hoffnung ihn damit zerschmettern zu können.

Der Damon war darüber so erbost, dass er die Trolle mit seinen glühenden Lavaklauen ergriff und zusammendrückte. Diese brüllten vor Schmerz. Dem noch nicht genug überzog der Dämon beide Trolle mit einer dicken Schicht aus geschmolzenem Gestein und formte die Trollfaust. Den Berg der Trolle.

Nach getanem Werk kehrte er zurück zu den kleineren Trollen, die nun ihre Höhlenstollen unter den versteinerten Riesentrollen hatten und berichtet, dass es getan sei. Alle Trolle jubelten und lobpreisen den Dämon und versprachen ihm ewigen Dank. Dies alles interessierte den Dämon nicht. Er wollte mehr Macht und in eigenes Reich haben, in dem nur er herrschen würde. Und so sprach er in seiner Dämonensprache, unverständlich für alle Trolle, einen Fluch ans. Dieser bewirkte, dass alle Trolle am Tage Stein werden würden und erst in der Nacht wieder zu neuem Leben erwachen. So konnte der Dämon das Reich der Trolle für sich am Tage wo er selbst aktiv war in Eigen nennen und nutzen und die Stollen ohne Behinderung durchqueren. Das Tageslicht selbst mied er, da es ihn in den Augen brannte. Und in der Nacht, wo der Damon schlief konnten die Trolle in ihrem Höhlenreich werken und dieses für den Dämon weiter anbauen und mit den Schönheiten und Köstlichkeiten der Oberfläche füllen, die sich der Dämon in der Nacht einverleibte.

So lautet die Saga um die Trollfaust, dem Bergmassiv im Norden des Landes.

Abschrift aus der Stadtbibliothek im Jahr der Spinne 2022

Von Ronja

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