Lagerbeschreibung
Das Banner der Nacht | Das Königreich der Schatten | Der Hof der Wilden Jagd | Reich der Träumer
Worte der Götterbrüder:
„Wir, geboren aus Verrat und Trauer,
genährt durch den Verlust unserer Nächsten,
gestählt durch die Tücken unserer Feinde,
drehen das Rad immer zu seinem Ende hin.
Nichts kann bestehen.
Es gibt nur eine Wahrheit: Den eisigen Tod.“
Aspekte: Nacht, Tod, Frost, Kreislauf, Ausgleich, Sprengen der auferlegten Ketten
Prinzipien: Der Zyklus der Vergänglichkeit, die Disziplinen der Nacht, Gemeinschaft der Verlorenen, Wandel der Hirsche
Elysium: Der tiefe Traum, der Wald des ewigen Herbstes, die wilde Jagd
Lagerhintergrund
Das Banner der Nacht war einst der Zusammenschluss zweier Lager; Schattenhain unter dem Gott des Todes Vrakaz und Kryophorika unter der Dämonin des Eisfeuers Frostmaris. Als die Dämonin Frostmaris durch das Gift der Nemephin fiel, ihre physische Hülle verging und sie zurückkehren musste in das Reich der Göttlichen, zu schwach in dieser Ebene des Seins noch Einfluss zu haben, übergab sie einen Teil ihrer Essenz Vrakaz als Funken der Hoffnung. In Vrakaz aufgenommen reagierte seine Essenz mit der ihren und sie färbten aufeinander ab. Und doch litt Vrakaz unter den zwei Seelen die in seiner Brust im Kampf um die Vorherrschaft tobten. Also fiel die Wahl auf Neowin, ein Bendith Sidhe, das neue Gefäß der Essenz des Frostes zu werden und somit auserkoren sich selbst zu verlieren um als neuer Gott von den Urelementen aus Licht, Traum und Dunkelheit gesalbt zu werden. In seiner Apotheose werden er und Vrakaz eins werden, doch in zwei Körpern. Zwei
Seiten einer Münze, gleich doch verschieden. Fortan werden sie als Brüdergötter nebeneinander ihren Kampf um die Vorherrschaft der Dark World bestreiten. Wo Vrakaz gerecht und wohlbedacht ist, ist [Die Hülle] kühl und berechnend. Wo Vrakaz das Gewicht seiner Krone spürt mit schwerem Blick, ist [Die Hülle] den Lagerist*Innen näher und frei von dieser Last. Gemeinsam sind sie die spirituellen Oberhäupter, die Königsbrüder, vor deren Thron ein jeder gleich ist und leiten ihr Banner durch Rat und Traumdeutung. Ihr höchstes Gut ist die wilde Jagd, ein Rausch der seines Gleichen Sucht und die Gesegneten zur Ekstase treibt, die nur im Erlegen ihrer Beute Erfüllung findet.
Die Götterbrüder Vrakaz und [Die Hülle]
Einst war Vrakaz der Gott des Lebens gewesen, der die Dark World mit allem füllte was existiert, treu dem Großen Plan folgend, den nur er und die Urelemente kannten. Doch fiel er in einem Krieg zwischen den Voltan, dem Gott der Zerstörung, und Ulthor, dem Gott des Lichts, gezwungen eine Seite zu wählen und geopfert von seinen scheinbaren Verbündeten. Als er sterben sollte aber erschien ihm der Fährmann, eine Inkanation des Urelements der Finsternis und bot ihm einen Handel an: Den Urelementen war es verboten im Krieg der Götter um das Schicksal der Welt teilzunehmen. Würde aber Vrakaz für den Fährmann einstehen als Gott des Todes, wäre es nicht von Belang das Vrakaz seine Tage bereits gelebt hatte, denn ihm würden vom Fährmann all die Nächte geschenkt um ein zweites Leben zu führen. Verletzt durch den Verrat und im Willen den Großen Plan weiter zu führen, stimmte Vrakaz dem Handel zu. Doch erneut wurde er betrogen, denn der Fährmann war angekettet worden im Reich der Toten, der Anderswelt, von Ulthor und Voltan. Nun nahm also Vrakaz seinen Platz ein und trug die Last der Ketten, die für den Fährmann bestimmt waren. Erst durch Berta, eine einfache Küchenmagd aus dem Örtchen Sagenheim, und die Anstrengungen der Sterblichen, gelang es ihnen gemeinsam diese Ketten zu sprengen
und Vrakaz als Gott des Todes zu befreien. So wie Vrakaz ein uralter Gott der 2. Schöpfung der Urelemente ist, so ist [Die Hülle] ein noch recht junges Wesen, das seine Geschichte gemeinsam mit den Lageristen des Banners erst zu schreiben beginnt. In seiner alten Gestalt hieß er Neowin und war ein Benith Sidhe, das Feyvolk das im Traum von Vrakaz schläft. Er erwies sich als würdig die Gelegenheit zu erhalten Träger der Essenz des Frostes zu sein und zum Gott gesalbt zu werden. Ob ihm dies aber final gelingt hängt ganz davon ab ob die Lageristen des Banners ihm helfen können diese schwere Prüfung zu meistern.
Die Prinzipen
Der Zyklus der Vergänglichkeit
Alles, was entsteht, muss vergehen. Das Drehen des Rades ist unaufhaltsam und jene, die versuchen, es zu brechen, werden an uns scheitern. Mit dem Drehen des Rades ist auch der Wandel der Dinge ein Gesetz der Natur, dem wir nicht im Wege stehen. Wir begrüßen diese Vergänglichkeit, denn sie bringt die Veränderung, die notwendig ist, um alles zu seinem Ende hin zu führen. Das Ende des Kreislaufs für alles und jeden zu gewähren ist unser Ziel, wenn für diese die Zeit gekommen ist. Das kann als Greis im hohen Alter sein, auf dem Schlachtfeld oder im Dunkeln des Waldes. Wir werden tun, was getan werden muss.
Die Disziplinen der Nacht
Wir agieren besonnen und wägen ab. Wir wissen, dass es manchmal notwendig ist, ein kleines Ungleichgewicht zu erzeugen, um das große Gleichgewicht zu garantieren, denn ohne dieses kleine Opfer wäre Stillstand unser Schicksal. Dieser Ausgleich der Dinge ist etwas, das wir stets anstreben. Und so suchen auch wir den Ausgleich in uns selbst und finden ihn im Exzess. Denn erst wenn ein Leben voll gelebt und bis aufs Äußerste ausgereizt ist, verleiht der Tod ihm einen Wert.
Gemeinschaft der Verlorenen
Nach außen wirken wir vielleicht wie ein zusammengewürfelter Haufen, doch bekennen wir uns zueinander und zu der Gemeinschaft, die wir bilden. Unter dem Banner der Nacht finden jene Zuflucht, die sich nicht in den blinden Extremen von Licht und Dunkelheit wiederfinden können, jene, die ihre Heimat verloren haben oder noch viel mehr. All diesen Wesen bieten wir Heimstatt und einen sicheren Hafen. Wie vor dem Thron der Götterbrüder, sind alle in unserem Lager gleich. Kein Stand und Rang sind von Interesse für uns. Deinen wahren Wert wirst auch du im Schoß der
Gemeinschaft des Banners finden.
Der Wandel der Hirsche
Die Götterbrüder Vrakaz und [Die Hülle] erschienen uns in den Gestalten des weißen, grauen und schwarzen Hirsches. Jede dieser Formen spiegelt einen Teilaspekt der beiden Brüder wider und um diese zu würdigen wurden drei Höfe der wilden Jagd gegründet. Die Wahl eines Hofes ist nicht für immer, denn wie die Brüdergötter sind auch wir zu Veränderung und Wandel fähig. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, sich in mehreren Aspekten der verschiedenen Höfe wiederzufinden, denn auch unsere beiden Götter entsprechen nicht nur einem Hof allein. Doch wie sie müssen auch wir eine Wahl für den jeweiligen Zyklus treffen.
Die Mitglieder des Banners sammeln sich in einem der drei Höfe der Wilden Jagd unter dem Wappen der Brüdergötter; ist es wohl die prägnanteste Form die die beiden einzigen Gestaltwandler unter den Göttern annehmen. Jene, die den Ruf der drei Hirsche vernehmen, akzeptieren wie jeder im Banner der Nacht den immerwährenden Wandel der Brüdergötter Vrakaz und [Die Hülle] in diesen Manifestationen. Jeder dieser Höfe hat einen Vogt/Vögtin, der als Ansprechpartner*In_ für die Eingeschworenen des Hofes dient. Darüber hinaus wählen die Höfe einen Sprecher. Diese drei
Sprecher bilden den Rat des Lagers. Alle weiteren Posten werden von dem Banner gemeinsam, unabhängig der Hofzugehörigkeit, gewählt.
Wer sich einem Gott ganz und gar verschreibt, erhält die Gunst am Ende seiner Zeit, in dessen Elysien einzugehen. Dies sind Orte, tief im Wesen der Göttlichen, selbst verborgen, die ihrem Weg und Ideal entsprechen. Viele Kulturen finden viele Namen für diese Orte, wie sie auch Namen finden für die Prinzipien, die wir die Göttlichen nennen. Das Elysium der Bürdergötter ist für uns der tiefe Traum. Es ist ein Wald immer währenden Herbstes. Am Morgen erwacht dort alles in der Blüte seines Lebens nur, um über den Tag zu vergehen und in einer gloriosen Feier bis tief in die Nacht ein Ende zu finden. An jedem Tag wird dort zur wilden Jagd gerufen, die an Größe und Weite alles Vorstellbare übersteigt. Dies ist der Ort an dem wir einkehren können nach unserem Tode, so wir uns den Göttern ganz hingeben. Doch lehren uns die beiden Götter, dass ein Leben zu führen für ein Leben danach sinnlos ist. Wir ergeben uns nicht und verstecken uns nicht wie andere hinter der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, sondern schaffen dieses Elysium für uns Stück für Stück noch zu unseren Lebzeiten.